Samstag, 15. Juli 2017

Heute vor 538 Jahren starb Lisa del Giocondo - war sie da Vincis "Mona Lisa"?

Im Spätmittelalter, am 15. Juni 1479, erblickte Lisa di Antonmaria Gherardini als ältestes von 7 Kindern in Florenz das Licht der Welt. Die Familie galt als begütert, Lisas Vater entstammte einer alten aristokratischen Familie. Sechs Bauernhöfe im Chianti zählten unter anderem zu ihren Reichtümern.

Mit 15 Jahren ehelichte Lisa den doppelt so alten Francesco del Giocondo als dessen dritte Ehefrau. Mit ihm bekam sie mindestens 6 Kinder, von denen 5 überlebten. Im Jahr 1538 starb Francesco im Alter von 73 Jahren an der Pest - Lisa ging daraufhin ins Kloster Monastero di Sant'Orsola. Dort verstarb sie am 15. Juli 1542 im Alter von 63 Jahren.

Wer kennt es nicht, Leonardo da Vincis weltberühmtes Ölgemälde "Mona Lisa", entstanden um 1503? Unzählige Wissenschaftler beschäftigten sich seit vielen Jahren mit der Frage, wer diese geheimnisvoll lächelnde Frau auf dem Bild wohl gewesen ist. Inzwischen sind sie sich fast einig, dass es sich um Lisa del Giocondo handeln muss. Im Jahr 2008 entdeckte man nämlich in der Universitätsbibliothek Heidelberg bei der Katalogisierung eines Frühdrucks eine entsprechende handschriftliche Randbemerkung. Ein florentinischer Kanzleibeamter erwähnt darin, dass Leonardo da Vinci ein Porträt der Lisa del Giocondo angefertigt habe.

Einen wirklich hieb- und stichfesten Beweis konnte allerdings bis heute niemand liefern. Es existieren weder Auftragsschreiben noch persönliche Hinweise von Leonardo da Vinci zur Identität der Mona Lisa. Allerdings konnte die Richtigkeit folgender Daten nachgewiesen werden: Francesco del Giocondo gab im Jahr 1502 oder 1503 ein Bild seiner Frau in Auftrag. Anlass waren die Geburt des zweiten Sohnes und der Kauf eines neuen Hauses. Lisa war zu der Zeit 24 Jahre alt.

Das Bild der Mona Lisa stellt in jedem Fall eine verheiratete Frau dar, was an dem am Hinterkopf zusammengefassten Haar erkennbar ist. Nur ein paar Strähnchen sind locker heraus gezupft. Ihre exakte Frisur konnte 2004 mittels Infrarotanalyse bewiesen werden.

Näher wird man der Auflösung um die berühmte Mona Lisa wohl nicht mehr kommen, es sei denn, es tauchen noch weitere, bisher unentdeckte Dokumente dazu auf. Also gehen wir doch einfach mal davon aus, dass es sich wirklich um "diese" Lisa handelt. Warum sie so geheimnisvoll lächelt werden wir hingegen wohl niemals mehr erfahren.

Text: Birgit Bix Müffeler * www.obixjekte.de
Mitglied im Kultur-Kreis
Fotos via Wikipedia Commons

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